NZ Nibelgau Leutkirch e.V.

Bajazzo

Entstehungsgeschichte

Bei einem Stammtisch im Dezember 1965 entstand die Idee zur Gründung einer etwas anderen Fasnetsgruppe, den Bajazzos. Der Bajazzo stammt aus dem italienischem und ist für die Belustigung des Volkes zuständig, er ist das Gegenstück zum edlen Harlekin.

Der erste öffentliche Auftritt erfolgte am Fasnetssonntag 1966 in Leutkirch. 1968, nach zwei Jahren als freie Gruppe, schlossen sich die Bajazzos der Narrenzunft an.

Homepage der Gruppe:
http://bajazzo-nibelgau.jimdo.com

Häs

Bajazzos

Einteiliger Anzug (Overall), der aus zwei beliebigen Farben besteht.

Die Hosenbeine, das Vorderteil, das Rückenteil und die Ärmel sind jeweils farblich versetzt. Dazu eine weiße Krause, weißer Rollkragen, weiße Handschuhe, weiße Schuhe sowie ein Spitzhut, der farblich ebenso wie der Anzug versetzt ist. In Brusthöhe links ist das Zunftemblem aufgenäht. Ebenfalls in Brusthöhe sind rechts und links je 3 Schellen angebracht. Vorne am Reißverschluss entlang sind vier Pompon angebracht.

Im Gegensatz zu den anderen Gruppen hat der Bajazzo keine Holzmaske. Das Gesicht ist weiß geschminkt mit roten Punkten auf den Wangen, roten Lippen und schwarzen senkrechten und waagrechten Strichen von den Augenbrauen bis über das Augenlid.

Als besonderes Merkmal führt der Bajazzo eine aufgeblasene „Saublodr“ an einem Hanfstrick mit sich.

Grüne Hexen

Seit 1960 klingt das "Grün Hex" in der Fasnet durch die Straßen von Leutkirch, aber auch in weiter Ferne ist es zu hören. Diese Hexengruppe ist aus den Reihen der Narrenzunft und auch vom Leutkircher Kinderfest, mit ihrer Spielestraße, nicht mehr wegzudenken.

Gegründet von acht jugendlichen Klassenkameraden, waren die Grünen Hexen zuerst "selbständig" und schlossen sich erst 1964 der Narrenzunft an. "Grünmasken" war anfangs der Name dieser Hexengruppe. Im Laufe der Jahre bekamen die Grünen Hexen stetigen Zuwachs und sind heute, mit 135 Erwachsenen und 43 Kindern, die größte Gruppe der Narrenzunft Leutkirch.

Im Jahre 1960 kamen die acht Klassenkameraden, Hans-Werner Birkenmaier, Robert Diem, Hubert Gaub, Bruno Koch, Horst Kohler, Otto Kramer, Roland Krapf und Robert Weber auf die Idee, aktiv an der Leutkircher Fasnet teilzunehmen. Weil die Hexenmaske, auf die damals 15 jährigen Schüler, eine große Faszination ausübte und eine Aufnahme bei den bereits bestehenden Stadthexen in diesem Alter noch nicht möglich war, beschlossen sie eine eigene Hexengruppe zu gründen, welche damals noch den Namen „Grünmasken“ trug.

Diese Grünmasken wurden anfangs noch aus Pappmaschee gefertigt. Sie waren ohne einen glättenden Papierüberzug noch sehr rau, auch farblich waren sie noch hellgrün. In Heimarbeit wurden von den Müttern die Blusen, Kopftücher und Schürzen genäht. Aus den Beständen der Großmutter wurde der Rock und eine Stehbrunzhose zweckentfremdet.

Mit viel Herzklopfen meldete sich die Gruppe beim Nachbar Georg Gegenbauer zur Teilnahme am Umzug an und sie durften teilnehmen. Es war ein tolles Erlebnis und sie beschlossen mit ihrem „Boss“ Horst Kohler weiterzumachen. Einige neue Mitglieder kamen hinzu und es ging in das zweite Narrenjahr.

Es wurde die zweite Auflage der Pappmascheemasken hergestellt, welche nun dunkelgrün eingefärbt wurden. Zu Beginn bestand das Häs aus einem karierten Hemd, einem schwarzen Rock, einer rot-weiß karierten Schürze, rot-weiß-geringelten Stutzen und einem rot-weiß-gepunkteten Kopftuch mit der Pappmaschee-Maske.

Da die „Pappmascheemasken“ während der Fasnet immer wieder stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, kam bald der Wunsch nach richtigen Holzmasken auf. Innerhalb von zwei Jahren wurden beim Holzschnitzer Hasenmaile in Biberach 8 bis 10 handgeschnitzte Holzmasken angeschafft. Dies bedeutete auch gleichzeitig das Ende der Pappmascheemasken.  Mit der Anschaffung der Holzmasken wurde auch das Häs in der neuen Form entworfen. Dieser Entwurf hat bis heute noch Bestand und wird auch sicherlich noch sehr lange in der Fasnet zu sehen sein. Seither kennt man die Grünen Hexen in ihren grünen Blusen mit den roten Zacken an den Ärmeln, dem schwarzen Rock, der roten Schürze mit der schwarzen Katze, den rot-weißen Stutzen, der weißen Brunzhose, den Strohschuhen und dem roten Kopftuch an der Maske.

In 55 Jahren Grüne Hexen gab es "nur" 8 Hexenmeister. Der erste war Horst Kohler(1960-1964) gefolgt von Robert Diem (1965-1966), Max Natterer (1967-1969), Hubert Gaub (1970-1977), Ali Hirschauer (1978-1994), Wolfgang Schreck (1995-1997), Michael Huber (1998-2006) sowie Alexander Rauh (2007 bis heute).

Seit 1964 sind die Grünen Hexen offiziell der Narrenzunft Nibelgau Leutkirch e.V. beigetreten und zieren mit der Katze und der Stadthexe das Dreigestirn der Narrenzunft.

Elferrat

Vom Baumstamm zur Katze des 11er Rates

Die 11er der Narrenzunft Nibelgau feiern zusammen mit der Zunft ihr 60. Jubiläumsjahr.
Anfangs war der 11er-Rat zugleich der Zunftrat. Ab 1956 wurde dies geändert, somit ermöglichte die Zunft auch Mitgliedern anderer Gruppen ein Amt im Zunftrat zu übernehmen. Der 11er-Rat war nun eine eigene Gruppe. Bis heute unterliegt die Gruppe strengen Regeln und regelmäßige Treffen außerhalb der Fasnet werden abgehalten.

Von 1956 - 1970 gab es einen Elferrat-Ältesten. Der erste Elferrat-Älteste war Georg Gegenbauer. Ab 1970 wird der Gruppenführer des 11er-Rat als Oberelfer bezeichnet. Der aktuelle Gruppenführer ist Ernst Natterer. Seit Gründung der Gruppe gab es acht Gruppenführer: Georg Gegenbauer, Anton Graf, Otto Kugler, Egon Gegenbauer, Hubert Münsch, Dieter Waldhoff, Ernst Heinzelmann, Ernst Natterer.

Die Entstehung des Katzenwagens

Von 1956 bis 1960 fuhr der 11er Rat seine Umzüge auf einem Baumstamm. Dies jedoch war auf Dauer kein geeignetes Gefährt und somit erschuf der 11er-Rat im Jahre 1960 den Katzenwagen. Bis heute wird der Katzenwagen für die Teilnahme an Brauchtumsveranstaltungen genutzt. Das Vorbild für die Katze war ein aus dieser Zeit bekannter Eierlikör (Schwarzer Kater).

Seit dem Bestehen der Katze wurde sie dreimal restauriert:

Beim ersten Umbau wurden die Kotflügel zur Sicherheit hinzugefügt. Bis zum zweiten Umbau im Jahr 1989 war der Katzenwagen nur auf 25km/h zugelassen. Das Untergestell wurde so verändert, dass der Wagen nun mit 80 km/h gezogen werden darf.  Der dritte und bisher letzte Umbau fand 2013 statt. Da der TÜV auch für Brauchtumsveranstaltung verlangte, dass die 11er über eine Türe in die Katze steigen können und nicht mehr über die Seite hineinklettern, wurde der Wagen den Bestimmungen angepasst.

Da der Unterhalt der Katze finanziert werden muss, wurde der Förderverein 11er-Rat im Jahr 2013 gegründet.

Häs:

Weinrotes Barett, cremefarbenes Leinenhemd mit Stehkragen, Rüschen und weiten Ärmeln, braune Jacke mit weißen Rüschen am Ärmelabschluss, hellbraune Kniebundhose mit hellbraunem Ledergürtel, cremefarbene gestrickte Strümpfe, schwarze Haferlschuhe, weiße Handschuhe und hellbrauner Lederriemen. Bei den Umzügen wird witterungsbedingt ggf. ein brauner Samtumhang getragen.

Jungelfer

Entstehungsgeschichte

Die Jungelfergruppe, die vom Oberjungelfer angeführt wird, wurde 1963 von Zunftmeister Hans Lehnert als Partnergruppe der Prinzengarde gegründet. Das Häs ist einer Landsknechtuniform aus dem 15./16. Jahrhundert nachempfunden.

Häs

Jacke aus dunkelblauem Breitkord mit aufgenähtem Jungelfer-Emblem (schwarzer Doppelkopfadler auf gelbem Grund mit silber- bzw. goldfarbener Borte eingefasst), rot-weiß gestreiften Hemd, am Hals ein Tellerkragen, auf den Achseln Schwalbennester aus braunem Leder, schwarze Hose, schwarze Schuhe, schwarzer Hut mit zwei Straußenfedern, weiße Handschuhe. Als Zusatzausstattung wird ein Schellenbaum mit handgeschmiedeter Krone, an der 10 bzw. 11 Schellen befestigt sind, mitgeführt.

Katzen

Entstehungsgeschichte

Schon 1953 am Fasnetsbeginn traten einige Narren als Katzen auf. Sie traten 1956 der Narrenzunft als Gruppe bei. Der offizielle Narrenruf ,,Hoorig, hoorig isch die Katz’“ und die Katze als Symbol wurden von der Zunft übernommen. Das erste Häs bestand aus einem gelben Oberteil mit blauen Besätzen an Hals, Ärmeln und Saum, einer auf der Vorder- und Rückseite aufgenähten schwarzen Katze, sowie einer blauen Hose. Eine mit schwarzem Samt besetzte Pappmaske. Weiße Handschuhe und weiße Stiefel rundeten das Erscheinungsbild ab. 1960 entstand die Jungkatzengruppe. 1963 entwarf der Zunftmeister Hans Lehnert zusammen mit dem Häsverwalter Schorsch Riedle das heutige Katzenhäs, mit dem die Gruppe 1964 erstmals offiziell auftrat.

Häs:

Hose und Oberteil sind aus zwei Teilen.Vorder- und Rückseite des Oberteils sind in je 4 Teile aufgegliedert und in den Farben schwarz und gelb versetzt. Auf dem rechten schwarzen Oberteil ist das Emblem der Zunft, die schwarze Katze, aufgenäht. Vom Saum des Oberteils verlaufen ca. 20 cm nach oben gelb auf schwarz und schwarz auf gelb eingesetzte Dreiecke Die Ärmel sind rechts gelb und links schwarz. Die Hose ist verkehrt zu den Ärmeln rechts schwarz und links gelb. Glocken am Saum des Oberteils und weiße Handschuhe vervollständigen das Katzenhäs.

Maske:

Sie ist aus Holz geschnitzt und in verschiedenen Farben gehalten (schwarz, grau, braun, rotbraun) und hat genau das Aussehen eines Katzenkopfes. Die Rückseite des Kopfes ist mit einem Hasenfell bedeckt. Den Hals ziert eine weiße Krause mit einer roten Masche.

Prinzengarde

Entstehungsgeschichte

Die Prinzengarde besteht seit Gründung der Narrenzunft, wird vom Gardemajor angeführt und hat ihren Ursprung im rheinischen Karneval.

Das zweiteilige Kostüm bestand damals aus rotem Kordsamt, rotem Dreispitzhut mit weißem Marabubesatz,weißen Ledermanschetten, roten Kunstlederstiefeln, blauen Epauletten (Achselstücke) mit Silberkordelverzierungen, am Hals ein weißes Spitzenjabot, Spitzenmanschetten am Ärmel, weißen Handschuhen und Degen. Beim Gardemajor war jedoch die Jacke mit Fangschnur in Gold.

1983 entstand das Kostüm in seiner heutigen Form.Das zweiteilige Kostüm besteht aus dunkelrotem Samt, weißem Spitzenkragen, weißen Manschetten, weißen Handschuhen, schwarzem Hut mit weißer Feder sowie weißen Stiefeln. Die Prinzengarde gehört mit dem Einmarschfest zum Programm der Leutkircher Hallenfasnet.

Prinzenpaar

Amtierendes Prinzenpaar im Jubiläumsjahr 2016. Michael Schäffeler als Seine Tollität Prinz Michael III. und Alexandra Blum als Ihre Lieblichkeit Prinzessin Alexandra I.

Ein Prinzenpaar wurde bereits 1955 aufgestellt und hat seinen Ursprung im rheinischen Karneval. Es repräsentiert die Zunft während der Fasnetsaison. Für das Prinzenpaar wurde ein Häs geschaffen, das im Stil a1thergebrachten Brauchtums in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance, dem sogenannten Cinquecento, gestaltet ist. Diese Stilepoche des 16. Jahrhunderts, vor allem die Zeit von 1520 bis 1530, galt mit ihrer Modeschöpfung als das Schönheitsideal, sowohl im eigenen Land, als auch als Repräsentationsgewand in deutschen Fürstenhäusern und bei hohen reichen Patrizierherren. Nicht zuletzt galt auch im fasnachtlichen Treiben, dass das niedere Volk sich gerne in kostbare Gewänder hüllte, um sich damit wenigstens in den tollen Tagen zur Fasnetszeit einem anderen Stand zugehörig fühlen zu können.

Häs bis 1999

Prinz

Die Kopfbedeckung besteht aus einem breitrandigen, roten Samtbarett mit weißer Straußenfeder. Unter einem blauen, offenen, langen Schultermantel aus Samt, der Zimara, trägt der Prinz einen roten Wams aus Samt mit Goldbordüren und einer Knopfreihe. Die angesetzten, blauen, aufgebauschten Samtärmel haben im oberen Armteil fammenartige Ausschnitte, ein Leinenhemd hervorschaut. Die lange, tiefblaue Bundfaltenhose hat ebenfalls Flammenausschnitte. Weiße Kniestrümpfe und Schnallenschuhe bilden den Abschluss.

Prinzessin

Ein Diadem krönt die Prinzessin. Das Kleid besteht aus langen, großflächigen Ärmeln und kragenlosem Mantel aus tiefblauem Samt mit schmalen goldenen Tresen. Im Gegensatz zum Prinzen ist das Unterkleid mit Brust- und Schulterausschnitt aus rotem Samt in gleicher Länge wie das Oberkleid, an dem in gleichem Material lange Ärmel angesetzt sind, deren oberer Teil fammenartig ausgeschnitten ist und das weiße Leinenhemd hervorschaut.

Häs ab 2000

Prinz

Er trägt eine gepuffte und geschlitzte, knielange Hose aus dunkelblauem Samt. Die lange Jacke aus weinrotem Samt wurde mit gelber Samtborte abgesetzt und trägt Goldknöpfe. Als farblicher Kontrast ist der Umlegekragen sowie die am Oberarm gepufften und geschlitzten Ärmel aus blauem Samt gearbeitet. Die Einsätze sind weiß wie bei der Hose. Neben dem weinroten Barett als Kopfbedeckung, trägt er einen Übermantel aus ebenfalls Weinrotem Samt mit wuchtigem ge1bgoldfarbenem Kragen. Die Ärmel sind überlang und offen, so dass der Jackenärmel herausschaut. Der Mantel ist mit weinroten und gelben Samtbändern verziert. Zum Ball trägt er einen roten Samtumhang mit goldfarbenem Kragen und eine prunkvolle Prinzenmütze. Diese ist verziert mit Goldbändern, Stickereien und bunten Swarowski-Strasssteinen, sowie ansehnlichem Fasanenfederschmuck. Als äußeres Zeichen seiner närrischen Macht, trägt der Prinz das goldfarbene Narrenzepter.

Prinzessin

Sie trägt ein tailliertes Kleid mit weitem offenem Rock, gearbeitet aus dunkelblauem Samt. Der Unterrock wie auch der Einsatz im Oberteil sind aus glattem, farblich abgestimmtem Stoff. In den gepufften und gesch1itzten Samtärmel sind weiße Einsätze eingearbeitet. In Anlehnung an die Stadtfarben wurden alle Längsnähte mit Goldborte versehen. Unter dem ausgeschnittenen Kleid trägt sie eine hochgeschlossene Bluse mit Rüschenabschluss. Zum Kleid gehört eine weinrote Samtjacke mit hochgestelltem Kragen. Die langen Ärmel sind, wie der taillenlange Leib vorne kürzer, nach hinten länger. Ein Pompadour vervollständigt das Gesamtbild. Auf dem Kopf trägt sie ein Diadem. Der Umhang für die Ballgarderobe ist aus rotem Samt und durch eine Brosche zusammengehalten.

Schachenmännle

Entstehungsgeschichte

Bei der alten Gerichtsstätte zwischen Leutkirch und Reichenhofen, erstreckte sich bis vor etwa 100 Jahren ein Wald in Richtung Zeil. Er hatte, in Zusammenhang mit der alten Malstätte etwas Unheimliches an sich, besonders bei Nacht. Aus ihm ist die Sage des Schachenmännlein überliefert worden. Ungefähr eine halbe Stunde unterhalb Leutkirch befand sich ehedem auf der Leutkircher Haid unweit Reichenhofen ein großer Wald, der als ,,Haidschachen“ bekannt war. Hier geisterte früher ein kleines, altmodisch gekleidetes, altes Männle umher. Da es sich in diesem Wald herumtrieb, gaben ihm die Geschichtenerzähler den Namen ,,Schachenmännle“. Am meisten hatten die Fuhrleute mit ihm zu schaffen. Kam nämlich ein Gefährt oder Reiter nachts des Weges, bemerkte man von weitem zuerst ein kleines Lichtlein. Als man diesem näher kam, tauchte plötzlich das Schachenmännle auf und setzte sich auf den Wagen oder das Ross, so dass dieses in unbändige Furcht und Angst geriet und meist durch ging. Dies kam so häufig vor, dass in Reichenhofen seinerzeit kaum ein Fuhrmann gewesen ist, der das unheimliche Männle nicht gesehen hatte. Seit Abholzung des Waldes hört man aber von dem Männlein nichts mehr.

Häs:

Braune, grobgenähte Lodenjacke, leicht tailliert, versehen mit Bündchen an den Ärmeln und mit Alkantara besetzt, grüne Lodenhose, dunkelbraune Stulpen-Stiefel. Braun gestrickte Handschuhe, in der linken Hand eine eiserne Laterne und in der rechten Hand eine Karbatsche.
Maske: Dunkel gefasste Holzmaske mit braungrau-melierter Perücke, die an einem schwarzen breitrandigen Filzhut befestigt ist.

Schalmeien

Entstehungsgeschichte:

Bei einem Stammtischtreffen im Herbst 1973 entschlossen sich drei aktive Bajazzo-Mitglieder der Narrenzunft, eine eigene Schalmeienkapelle zu gründen. Die Schalmei ist ein Blechblasinstrument, bei dem der Luftstrom durch einen Ventilmechanismus je nach Stimmlage in 8 verschiedene Schalltrichter geleitet wird.

Häs (während der Fasnet)

Das Häs entspricht dem der Bajazzogruppe bei den Umzügen. Es besteht aus einem zweifarbigen  einteiligen Anzug, dessen Hosenbeine, Vorderteil, Rückenteil und die Ärmel jeweils farblich versetzt sind. Dazu eine weiße Krause, weißer Rollkragen, weiße Handschuhe, weiße Turnschuhe, sowie einen Spitzhut, der farblich ebenso wie der Anzug versetzt ist. In Brusthöhe sind links und rechts je 3 Schellen angebracht. Für die abendlichen Auftritte wurde jedes Jahr ein Mottogerechtes Kostüm entworfen.

Kostüm (außerhalb der Fasnet)

Das Kostüm ist eine Stiluniform des Neubeginns nach dem 30jäihrigen Krieg (17. Jh., Spätrenaissance). Die rote Wamsjacke hat einen blauen Reverskragen und blaue Aufschlagbündchen. Die Ärmel sind seitlich mit gelb-blau-gelben Borten versehen. Die dazugehörige blaue Kniebundhose ist mit roten Bündchen eingefasst und seitlich ebenfalls mit gelb-blau-gelben Borten verziert. Hinzu kommt eine weiße Bluse bzw. ein Hemd mit Rüschen am Kragen und an den Ärmelbündchen sowie ein weißes Rüschenjabot. Der schwarze Aufschlaghut mit Kinnkordel ist an der linken Seite mit je einer gelben und blauen Straußenfeder verziert und erinnert an die Schweden im 30jäihrigen Krieg. Dazu kommen weiße Kniestrümpfe und schwarze Schnallenschuhe. Die immer wiederkehrenden gelb-blauen Farben knüpfen an die Stadtfarben der ehemaligen Reichsstadt Leutkirch an.

Im Jahre 2003 traten die Schalmeien das letzte Mal zusammen auf. Seit dem gab es leider keine Auftritte mehr.

Stadthexen

Entstehungsgeschichte

Im Jahre 1953, nach dem Besuch eines Fasnetsumzuges in Aulendorf, entstand die Idee zur Gründung einer Hexengruppe, die auf den Früheren Hexenwahn in unserer und anderen Gegenden zurückzuführen ist. Zum Frei zusammengestellten Häs gehörte damals Bluse, Rock, Schürze, Kopftuch, Schuhe, Reisigbesen, Gipsmaske und ein dünner Gummischlauch.1956 trat die Gruppe der Narrenzunft Nibelgau bei. Nach Gründung der ,,Grünen Hexen“ erfolgte die Umbenennung in ,,Stadthexen“. 1962 wurde die Gipsmaske abgeschafft und statt dessen Holzmasken eingeführt. Anlässlich des 25jährigen Jubiläums erfolgte die Uraufführung der Hexengeburt. Auch die Stadthexen gründeten eine Jung-Stadthexengruppe. Seit 1995 tragen die Jungstadthexen ab einem Alter von 8 Jahren eine eigene Kinder-Hexenmaske.

Häs:

Brauner, grober Rupfenrock, blaue Bluse mit Rüschen an der Knopfleiste und rotem Ärmelabschluss, gelbe Schürze mit Flicken, bunte Ringelsocken (rot, blau, braun, grün), Iange Spitzenunterhose, Strohschuhe oder dunkle Schuhe (je nach Witterung), schwarze Handschuhe und ein Reisigbesen.

Maske

Grundfarbe braun, vorstehendes spitzes Kinn, lange Warzennase, heraus stehende Augen, stark ausgeprägte Augenbrauen, Vorstehende Eckzähne, grimmiger Gesichtsausdruck, rotes Kopftuch mit Fransen und aufgemalter schwarzer Katze.

Weberknechte

Die Geschichte

Es war im 16. Jahrhundert, als in der Stadt Leutkirch die Zunft der Weber die weitaus stärkste Zunft war. Von rund 2000 Einwohnern waren es zeitweise über 200 Weber. Da das Geschäft gut lief, machten sie durch die zu zahlende Reichssteuer aus Leutkirch eine wohlhabende Stadt. So kam es auch, dass die Zunft der Weber eine eigene Hostube erhielt. Eines Tages reiste aus einer anderen Stadt ein Weber zu. Es war ein fröh1icher und lustiger Bursch. Er wurde als Knecht in die Zunft aufgenommen. Seine Aufgabe war es, die fertigen Leinen und sonstigen Materialien zwischen den verschiedenen Werkstätten zu transportieren. Schon von weitem machte der Weberknecht mit seiner am Wams angebrachten Schelle auf sich aufmerksam. Überall freute man sich auf den fröhlichen und lustigen Gesellen, der immer zu Späßen aufgelegt war und auch immer für entsprechenden Schabernack sorgte. So bürgerte sich ein, dass der Weberknecht abends in der Hostube, wo sich die Weber nach der Arbeit Müh´ zum geselligen Beisammensein trafen, für Unterhaltung, Frohsinn und Heiterkeit sorgte. Von Tag zu Tag wuchs die Beliebtheit des Weberknechts durch sein sonniges Gemüt. Als Zeichen der Dankbarkeit wurde er. Von der Weberzunft mit einem holzgeschnitzten Flachmesser ausgezeichnet, da er fortan mit Stolz immer bei sich trug.

Entstehungsgeschichte

Schorsch Riedle (†), Walter Braun,
Karl-Heinz Wipper und Hubert König hatten die Idee zur Gründung dieser neuen Gruppe bei einem geselligen Umtrunk am Zunftmeisterempfang 1993 in Scheidegg. Die Idee wurde von den Gründern der Gruppe permanent weiterverfolgt. Herbert Mayer unterstützte Schorsch Riedle bei dem Entwurf des Kostüms. Auch die Maske wurde von Herbert Mayer bildlich entworfen. Martina Merz fertigte dann einen entsprechenden Gipsabdruck und schnitzte und bemalte auch die entsprechenden Holzmasken. Zugeschnitten und bearbeitet wurde das Häs von Schorsch Riedle. Die Flachsmesser wurden von Rolf Hegele entworfen und hergestellt. So ergab sich ein Mosaiksteinchen um das andere bis das komplette Häs vorgestellt werden konnte. Seit dem 11.11.1994 gibt es die Figur des Weberknechts, um Frohsinn und Heiterkeit während der Fasnet unter den Leuten zu verbreiten. In ihre erste Saison ging die Gruppe mit 20 erwachsenen Mitgliedern und 6 Kindern.

Häs

Das Häs ist aus hell getünchtem Leinenstoff, das mit typischem Handwerkszeug der Weberzunft, wie z.B. Flachsstuhl, Flachsrechen, Spinnrad, Garnrollen, Flachmesser, Mostschlegel und Schiffchen für Webstühle benäht ist. An der Jacke befindet sich rechts in Brusthöhe das Wappen der Stadt Leutkirch. Dazu gehören braune Handschuhe und braune Schuhe. Um den Bauch wird ein brauner Ledergut mit verschieden großen Schellen getragen. In der Hand hat der Weberknecht das holzgeschnitzte Flachmesser.

Maske

Freundlich lachende Holzmaske mit einem Kopftuch aus hell getünchtem Leinenstoff, blauem Stoffrand, rot gezackter Borte, aufgenähten Flachsblumen und einer Glocke.