SCHACHENMÄNNLE
Bei der alten Gerichtsstätte zwischen Leutkirch und Reichenhofen, erstreckte sich bis vor etwa 100 Jahren ein Wald in Richtung Zeil. Er hatte, in Zusammenhang mit der alten Malstätte etwas Unheimliches an sich, besonders bei Nacht. Aus ihm ist die Sage des Schachenmännle überliefert worden. Auf der Leutkircher Haid unweit von Reichenhofen, befand sich ein großer Wald, der als „Haidschachen“ bekannt war. Hier geisterte früher ein kleines, altmodisch gekleidetes, altes Männle umher. Da es sich in diesem Wald herumtrieb, gaben ihm die Geschichtenerzähler den Namen „Schachenmännle“. Am meisten hatten die Fuhrleute mit ihm zu schaffen. Kam nämlich ein Gefährt oder Reiter nachts des Weges, bemerkte man von weitem zuerst ein kleines Lichtlein. Als man diesem näher kam, tauchte plötzlich das Schachenmännle auf und setzte sich auf den Wagen oder das Ross, so dass dieses in unbändige Furcht und Angst geriet und meistens durch ging. Dies kam so häufig vor, dass in Reichenhofen seinerzeit kaum ein Fuhrmann gewesen ist, der das unheimliche Männle nicht gesehen hatte. Seit Abholzung des Waldes hört man von dem Männle nichts mehr.